Drei Fragen an...
... René Husfeldt. Er ist Co-Geschäftsführer des Immobilienvermittlers Haus & Grund Immobilien in Kiel. Seit März 2026 führt der Bankbetriebswirt außerdem den Maklerverbund DAVE.
Herr Husfeldt, wo sehen Sie aktuell das größte ungenutzte Potenzial in der Immobilienbranche?
Das größte ungenutzte Potenzial liegt nicht in neuen Förderprogrammen oder zusätzlichen Regulierungen, sondern in der konsequenten Anwendung bereits vorhandener Instrumente zur Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung. Die Herausforderungen des Wohnungsmarktes sind auf politischer Ebene weitgehend erkannt, doch die Umsetzung vor Ort scheitert häufig an langwierigen Verfahren und fehlender Entschlossenheit. Wir brauchen einen wahrnehmbaren Bürokratieabbau, in allen Instanzen, der eine schnellere Realisierung von Investitionen und Projekten ermöglicht.
Was war für Sie persönlich der größte Aha-Moment in Bezug auf den Immobilienmarkt?
Es ist beeindruckend, wie stark sich das Interesse der Menschen an ihrem gebauten Umfeld verändert hat. Immobilien und Stadtentwicklung betreffen heute viel mehr gesellschaftliche Themen – etwa mit Blick auf Nachhaltigkeit – als früher. Damit ist die Immobilienbranche breiter, relevanter und sichtbarer geworden.
Welches zukunftsweisende Projekt hat Sie zuletzt besonders begeistert?
Besonders spannend sind die bislang zwar wenigen, aber gelungenen Beispiele von Umnutzungen von Büroflächen zu Wohnraum, etwa in Frankfurt-Niederrad. Oder die geplante Umwandlung einer ehemaligen Bundeswehr-Standortverwaltung in bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und Studierende in Dülmen. Das sind Beispiele, wo Bestand intelligent an neue Bedarfe angepasst wird. Sinnvolle Umnutzung ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige und nutzerorientierte Stadtentwicklung.
Die Fragen stellte Julia Rieder.